Was die Endung sagt
GAEB steht für den Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen. Er legt fest, wie Auftraggeber und Betriebe Leistungsverzeichnisse austauschen. Der Buchstabe der Endung nennt die Generation des Formats:
| Buchstabe | Format | Beispiel |
|---|---|---|
| D | GAEB 90 – eine Textdatei mit festen Spalten, das älteste Format | .d83 |
| P | GAEB 2000 – selten geworden | .p83 |
| X | GAEB DA XML – das heutige Format | .x83 |
Die Zahl nennt die Austauschphase, also den Schritt im Ablauf:
| Zahl | Phase | Wer schickt sie |
|---|---|---|
| 81 | Leistungsbeschreibung, noch ohne Aufforderung zum Angebot | Planer |
| 82 | Kostenanschlag mit geschätzten Preisen | Planer |
| 83 | Angebotsaufforderung – die eigentliche Ausschreibung | Auftraggeber |
| 84 | Angebotsabgabe mit Ihren Preisen | Sie |
| 85 | Nebenangebot | Sie |
| 86 | Auftragserteilung | Auftraggeber |
Eine X83 ist also eine Ausschreibung im heutigen Format, eine D83 dieselbe Ausschreibung im alten. Zurück geht in beiden Fällen die 84.
So öffnen Sie die Datei
- Endung ansehen. Sie wissen damit, ob es eine Ausschreibung ist (83) und in welchem Format sie kommt.
- In ein Programm einlesen, das GAEB kann. Das ist Ihre Handwerkersoftware oder ein Betrachter für GAEB-Dateien. Excel öffnet die Datei nicht sinnvoll: Eine X83 zeigt dort nur XML-Zeichen, eine D83 lange Ziffernreihen.
- Vorbemerkungen lesen. Sie stehen vor den Positionen und gelten für alle. Dort stehen oft Vertragsbedingungen, die den Preis verändern.
- Positionsarten beachten. Bedarfs- und Wahlpositionen werden bepreist, zählen aber nicht in die Angebotssumme.
- Bieterlücken suchen. Wo der Auftraggeber ein Fabrikat oder einen Typ wissen will, steht eine Lücke im Text. Sie muss gefüllt sein.
Was Sie zurückgeben
Die Angebotsabgabe (84) enthält Ihre Preise und Ihre Angaben in den Bieterlücken – sonst nichts. Texte und Mengen des Auftraggebers bleiben, wie sie sind. Sein Programm ordnet Ihre Preise über die Ordnungszahl (OZ) jeder Position wieder zu.
- Ändern Sie keine Menge und keinen Text. Was Ihnen falsch vorkommt, klären Sie mit einer Bieterfrage.
- Bepreisen Sie vollständig. Ein Angebot mit fehlenden Preisen kann bei einer förmlichen Vergabe ausgeschlossen werden.
- Tippen Sie das Verzeichnis nicht in eine eigene Tabelle ab. Schon eine vertauschte Ordnungszahl stellt Ihre Preise an die falsche Position.
- Eine Idee, die vom Verzeichnis abweicht, ist ein Nebenangebot. Es gehört nicht in die 84.
Wo es in der Praxis hakt
- Falsche Phase. Eine X81 ist noch keine Aufforderung zum Angebot. Fragen Sie nach, bevor Sie rechnen.
- Tausendfache Mengen. Manche Schreibprogramme übernehmen Mengen aus dem alten Format falsch: Aus 630 Kubikmetern werden 630.000. Sehen Sie sich die Größenordnung an, bevor Sie kalkulieren.
- Umlaute in der D83. Das alte Format benutzt einen Zeichensatz aus der DOS-Zeit. Ein Programm, das ihn nicht kennt, zeigt „Straáe“ statt „Straße“.
- D83 und Rückgabe. Aus einer D83 lässt sich kalkulieren und ein Angebot erzeugen. Wie der Auftraggeber die Preise zurückhaben will, steht in den Vergabeunterlagen.
So macht es allrounderX: allrounderX liest GAEB DA XML in den Phasen X81, X82, X83 und X86 und das alte GAEB 90 als D83. Bepreist wird in der Zeile, die Abgabe entsteht als X84 aus der XML-Datei des Auftraggebers. Eine P83 liest allrounderX nicht – bitten Sie den Auftraggeber in diesem Fall um eine X83.
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Verbindlich sagt es Ihnen die Vergabestelle oder der Auftraggeber.